F1 2010 Test von Daniel Adam (gamenews24.de)
Das Warten hat ein Ende, endlich kommt ein Formel 1 Spiel auf der Xbox 360 und zwar von Codemasters. Alle Fans der Königsklasse des Rennsports warten schon seit Monaten auf den Release. Heulende Motoren, hohe Geschwindigkeiten und schöne Boxenluder was will man mehr. Doch kann das Spiel die hohen Erwartungen der Fans erfüllen? Hat sich Codemasters eventuell mit der Formel 1 Lizenz übernommen? Unser Test wird da hoffentlich Licht ins Dunkel bringen.

Aller Anfang ist schwer
Das Spiel beginnt mit einem Interview vor der Presse, ihr müsst euch als neuer Fahrer der Formel 1 vorstellen. Hier müsst ihr dann euren Namen nennen, Nationalität festlegen und wie euch die Presse nennen soll. Dann sollt ihr der Presse sagen für welches Team ihr die erste Saison fahren werdet.
Wenn ihr das Interview beendet hat gelangt ihr in euren Fahrerraum der wie ein Wohnwagen aussieht, hier könnt ihr mit eurer Agentin sprechen. Die Agentin kümmert sich um den geschäftlichen Part, sie handelt Verträge aus und ihr könnt den Status der kompletten Formel 1 einsehen. Wenn ihr mit der Agentin redet könnt ihr alle Infos über die Teams abrufen, euer Ansehen bei den Teams einsehen und die aktuelle Fahrerbesetzung der Teams anzeigen lassen. Dann könnt ihr im Fahrerraum zum nächsten Rennen gehen, davor dürft ihr noch den Schwierigkeitsgrad und Rennlänge festlegen. Weiter habt ihr im Fahrerraum noch die Möglichkeit euren Helm zu ändern, es stehen viele Designs zu Verfügung. Zu guter Letzt könnt ihr noch das Klassement aufrufen und euch den aktuellen Stand der Meisterschaft anschauen. Wenn ihr einen bestimmten Fahrer auswählt, könnt ihr dessen Biografie öffnen, da seht ihr dann seine Erfolge sowie sein Werdegang.
Im Außenbereich befindet sich das Fahrerlager, da könnt ihr einen Grand Prix auswählen und einfach losfahren oder ihr macht ein Zeitfahren und versucht eine schnelle Runde in den Asphalt zu brennen. Weiter könnt ihr hier noch in den Multiplayerbereich gehen und Online gegen andere Rennfans fahren. Im Eck versteckt sich noch der „Mein F1“ Bereich, das ist das eigentliche Optionenmenü, wo ihr alles festlegen könnt, von den Fahrhilfen über Sound, Controllereinstellungen sowie auch eine neue Karriere starten.

Der Neuling startet seine erste Saison
Dann geht es endlich los, ihr startet eure Karriere und beginnt in Bahrain. Am Anfang befindet ihr euch in der Garage, hier ist alles voll animiert. Die Mechaniker schrauben am Auto rum und euer Renningenieur steht am PC und stellt euer Setup ein. Was euch gleich zu Beginn auffallen wird ist der Bordmonitor in der Mitte. In der Garage wohl das wichtigste Utensil für euch als Fahrer. Hier habt ihr die Wahl zwischen dem Live Timing, dem Wetterbericht, den Streckeninfos, der Forschung und Entwicklung und dem Fahrzeug-Setup. Ihr könnt in der Box wirklich alles über das Rennen abrufen, Statistiken über die schnellste Runde bis hin zu den Infos zu eurem Teamkollegen. Auf der rechten Seite befindet sich euer Renningenieur bei ihm könnt ihr ein schnelles Setup festlegen, so kann auch ein unerfahrener ein gutes Setup auf die Beine stellen. Dann könnt ihr bei eurem Ingenieur auf die Strecke fahren und auch das Rennen aufgeben. Zur linken habt ihr zwei Optionen, einmal könnt ihr euren Fortschritt gegenüber euren Teamkollegen einsehen, wer mehr Punkte eingefahren hat oder die schnellste Runden gefahren hat. Und dann könnt ihr noch eure Reifenwahl festlegen, ob weiche, harte, intermediates oder Regenreifen. Hier könnt ihr die richtige Reifenwahl zur Streckensituationen und Wetter einstellen.

Wie fühlt sich der Wagen an?
Dann geht es raus auf die Strecke. Der Sound? Eine Wucht! Die Grafik? Bombastisch! Man kommt am Anfang gar nicht aus dem Staunen raus. Man fühlt sich wie auf Sky, wenn man bei einer Fernsehübertragung zuschaut, nur ihr habt das Lenkrad in der Hand und steuert den Fahrer. Einfach Genial. Das Fahrgefühl ist auch wirklich Klasse, der Fahrer wird im Cockpit hin und her geschmissen, das Lenkrad vibriert ohne Ende wenn ihr über die Curbs poltert und ihr könnt beim Fahren der Aufhängung beim Arbeiten zuschauen. Die Details der Formel 1 Boliden ist bis ins kleinste Detail nachempfunden. Egal ob es der Außenspiegel ist oder die speziellen Flügel. Ihr erkennt auf den ersten Blick welches Fahrer für welches Team fährt. Das Schadensmodell ist auch sehr gelungen, es fliegen euch lauter Teile bei einem Unfall um die Ohren, dann solltet ihr in die Box fahren um euer Auto zu reparieren. In der Box könnt ihr auswählen ob ihr manuell steuert oder ob die CPU euch in der Box unterstützen soll. Auch die Streckenumgebung ist einfach atemberaubend, ob Sonnenuntergang, Nachtrennen oder Regenrennen alles sieht so realistisch aus, dass ich schon mehrmals vergessen habe zu lenken weil ich dachte ich schau mir grad ein Formel 1 Rennen im Fernsehen an. Es werden sogar auf so Kleinigkeiten geachtet wie den Zuschauern, im Training sitzen nur vereinzelte Fans auf den Tribünen und dagegen beim Rennen sind die Ränge voll besetzt. Das verstärkt das Feeling nochmal um einiges. So fahrt ihr nun Runde um Runde und kämpft euch nach vorne. Doch ihr seid ja in keinem Topteam sondern werdet lediglich in den hinteren Rängen um Positionen kämpfen. Aber auch hier habt ihr Ziele die euer Team von euch verlangt. Ihr müsst z.B. eine bestimmte Position am Ende erreichen. Umso weiter ihr dann in eurer Karriere voran schreiten umso bessere Angebote werdet ihr bekommen. Und das Ziel ist ja klar. Irgendwann bei einem Topteam wie Ferrari oder McLaren Mercedes zufahren und die ersten Siege nach Hause zu fahren. Wenn ihr ein Rennen beendet habt bekommt ihr Rufpunkte(EP) diese vermehren sich in dem ihr bestimmte Aktionen ausführt. Die Rufpunkte sind wichtig für neue Angebote der anderen Teams. Im Verlauf der Karriere bekommt ihr auch noch einen Rivalen, wenn ihr gegen euren Rivalen in der Meisterschaft gewinnt dann bekommt ihr reichlich Angebote doch solltet ihr verlieren kann es gut sein, dass euch euer aktuelles Team rauswirft.

Multiplayerrennen
Onlinerennen gehen im Grunde genauso von statten wie die Einzelspielrennen. Ihr bekommt für gute Qualifying Ergebnisse und gute Rennergebnisse wieder EP, das sind eure Online-EP Punkte. Zur Auswahl stehen Rennmodi, wie Pole Position, Sprint, Ausdauer und Online Grand Prix. Bei Pole Position geht es darum wer innerhalb von 20 Minuten die schnellste Runde gefahren ist. Beim Sprint müsst ihr ein Rennen bei trockener Strecke über 3 Runden bestreiten. Beim Ausdauerrennen fahrt ihr ein Rennen von 20% mit dynamischen Wetter und mindestens einem Boxenstopp. Bei beiden Rennarten wird die Startaufstellung zufällig generiert. Beim Online Grand Prix fahrt ihr ein Rennwochenende, mit einem 15-minütigem Qualifying und einem Rennen über 7 Runden bei dynamischem Wetter und einem Pflichtboxenstopp. Ihr dürft selber eine der oben beschriebenen Sessions erstellen oder ihr sucht nach einer vorhandenem Session.

Es ist alles nur eine Einstellungssache
Die Renneinstellung ist vielseitig. Ihr habt die Wahl bei der Rennlänge von 20% bis hin zu 100%. Dann könnt ihr den Schwierigkeitsgrad anpassen, je nachdem wie gut ihr seid. Weiter könnt ihr das Wetter euren Vorlieben anpassen, egal ob dynamisch, wolkenloser Himmel oder starkem Regen. Alles ist möglich. Für die Simulationsfans sind die nächsten 3 Punkte ganz wichtig, es geht nämlich um den Benzinverbrauch, Reifenabnutzung und dem Schadensmodell. Bei der Benzinsimulation könnt ihr festlegen ob euer Wagen Benzin verbraucht oder nicht. Das ist daher wichtig weil euer Wagen im Rennverlauf immer leichter wird und sich auch anders steuern lässt. Beim der Reifensimulation genau das gleiche wählt ihr diesen Punkt an, dann nutzen sich eure Reifen ab und können Blasen bekommen bzw. sogar platzen. Außerdem wird auch das Gripverhalten auf den einzelnen Strecken abschnitten simuliert, also solltet ihr dann aufpassen falls ihr mal abseits der Ideallinie fahrt. Zu guter Letzt noch das Schadensmodell, hier habt ihr 3 Einstellungsvarianten, „Aus“, „nur optisch“ und „Vollständig“. Wenn Ihr die Option „ Aus“ wählt könnt ihr andere von der Strecke boxen und euch passiert Garnichts. Bei „nur optisch“ gehen eure Fahrzeugteile zwar kaputt aber euer Auto fährt sich immer noch erste Sahne. Bei „Vollständig“ dagegen verzieht sich z.b. die Spurstange und ihr könnt euren Wagen dann kaum noch auf der Strecke halten.

Basteln und Tunen
Nun kommen wir zum Fahrzeug-Setup wo sich sicherlich einige viele Stunden aufhalten werden. Hier könnt ihr euren Wagen komplett euren Vorlieben anpassen. Das fängt bei der Aerodynamik an, wo ihr den Winkel der Flügel und den Abtrieb einstellen könnt. Bei den Bremsen könnt ihr die Bremsbalance festlegen, ob eher die Hinterachse oder mehr die Vorderachse bremsen soll. Der bremsdruck verändert das Ansprechverhalten der Bremse, sie reagiert dann schärfer oder sanfter. Die Bremsgröße legt fest wie schnell sich eurer Bremsen aufwärmen. Je kleiner eure Bremsscheibe, desto schneller wärmt sie sich auf doch im Laufe des Rennens kann die bremsscheibe leichter überhitzen was dazu führt das die Bremswirkung nach lässt. Bei der Balance könnt ihr mehr Ballast zuladen und im Auto verteilen. Hier könnt ihr auch noch die Stabilisatoren verändern um das Kurven verhalten zu verändern und den Grip zu erhöhen. Dann könnt ihr die Aufhängung verändern, also die Bodenfreiheit festlegen ob mehr oder weniger Abtrieb zu haben. Bei der Federhärte könnt ihr festlegen wie stark sich die Querachse neigen soll. In der Getriebeeinstellungen, hier könnt ihr den Schaltpunkt festlegen je nach Streckentyp. Bei den Reifen könnt ihr den Reifentyp sowie den Reifendruck festlegen. Im Motorenmenü könnt ihr aus 8 Motoren wählen die während einer Saison zur Verfügung stehen. Und außerdem könnt ihr noch den Drehzahlbegrenzer einstellen. Zu guter Letzt könnt ihr noch die Spurtreue einstellen, hier könnt ihr den Sturz und die Spur der Aufhängung verändern. Diese Einstellung verändert die Stabilität des Autos.

Fazit
Ich bin wirklich Hellauf begeistert von diesem Rennspiel oder doch eher Rennsimulation? Ich bin hin und her gerissen. Einerseits steuern sich die Wagen sehr präzise, doch es wirkt doch mehr nach Arcade. Dann wieder rum hab ich so viel Einstellungsmöglichkeiten, dass ich gar nicht weiß wo ich anfangen soll und das fühlt sich dann doch mehr nach einer Simulation an. Also hat Codemasters doch gekonnt den Spagat zwischen Arcade und Simulation perfekt geschafft. Natürlich gibt es auch noch kleinere Mängel, wie das fehlende Safty-Car oder die Rote Flagge. Doch dies soll ja kommendes Jahr folgen. Ich kann F1 2010 jedem Rennspielfan, egal ob Profi oder Neulinge nur empfehlen. Auch nicht so gute Fahrer haben schnell Erfolge, dank des sehr gut ausgewogenen Schwierigkeitsgrades. Also ich muss nun weiter, meine Agentin wird sonst sauer dass ich nicht auf der Strecke bin…